Deutscher Gewerkschaftsbund

Die wichtigsten Infos für ein Praktikum auf einen Blick

 
Ein Praktikum ... mal was anderes!

Nun geht es also los: Ein Praktikum steht an!

Als Praktikum wird eine Tätigkeit im Rahmen des Studiums, einer beruflichen Ausbildung oder der Schule bezeichnet, bei dem praktische Erfahrungen im künftigen Beruf gesammelt werden.

Prima, endlich also einmal die Theorie in die Praxis umsetzen, Kontakte für künftige Jobs sammeln und betriebliche Abläufe kennenlernen?!

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, ein Praktikum zu machen und es gibt die unterschiedlichsten Formen, in denen dies ablaufen kann. Damit der Praxiseinsatz auch tatsächlich zum persönlichen Erfolg wird, gibt diese "Checkliste für das Praktikum im Betrieb" einen Überblick über die wichtigsten Informationen und Tipps.

 

Praktikumsvertrag

Ein schriftlicher Vertrag zwischen Arbeitgeber und Praktikant/in dient der gegenseitigen Begründung von Rechtssicherheit (Rechte und Pflichten) und verhindert von vornherein potentielle Streitpunkte. Wichtig ist, dass das Praktikum vertraglich als "Praktikum zu Ausbildungszwecken" geregelt ist. So kommt es zu keinem Konflikt mit dem Verbot, mehrfach befristete Arbeitsverhältnisse im selben Unternehmen abzuschließen. Außerdem sind eventuelle Regelungen in der Studien- und Prüfungsordnung der Hochschule zu beachten (z.B. Anzahl der Tage des Praktikums).

In einen Praktikumsvertrag gehören Angaben zu:

  • Beginn, Dauer und Arbeitsinhalte des Praktikums
  • Tägliche Arbeitszeit
  • Höhe der Vergütung
  • Dauer des Urlaubs
  • Vergütung von Überstunden
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  • Voraussetzungen für eine Kündigung

 

Praktikumsplan

Optimal ist es, wenn bei Beginn des Praktikums ein Praktikums- oder Ausbildungsplan besteht. Aus diesem sollten die zeitliche Gliederung in Bezug auf die wesentlichen Inhalte sowie Angaben zu den Abteilungen und der/des jeweiligen Betreuer/in bzw. Ausbildungsbeauftragten hervorgehen. Für ein Pflichtpraktikum ist darauf zu achten, dass der Praktikumsplan auch tatsächlich diejenigen Arbeitsinhalte ausweist, die zu einer Anerkennung des Praktikums führen. Wer keinen Praktikumsplan erhalten hat, sollte sich bei dem/der zuständigen Betreuer/in danach erkundigen.

 

Praktikumszeugnis

Am Ende des Praktikums sollte ein schriftliches Zeugnis ausgestellt werden, das Dauer und Inhalt des Praktikums beschreibt. Dabei solltet ihr auf die Anforderungen aus der jeweiligen Studienordnung achten! Wertungen zum persönlichen Verhalten gehören nicht in ein solches "einfaches" Zeugnis.

 

Arbeitszeit

Während des Praktikums sollten die im Betrieb üblichen Regelungen zur Arbeitseit eingehalten werden. Hierüber kann am Besten der Betriebsrat informieren. Insbesondere bei Projektarbeiten besteht häufig die Gefahr, dass Praktikant/innen unbezahlte Mehrarbeit leisten (müssen).

 

Praktikumsdauer

Der Lerneffekt nimmt mit der Dauer des Praktikums ab! Bei einer Praktikumsdauer von über 3 Monaten besteht die Gefahr, dass statt Lernen im Praktikum "normale" Arbeiten des betrieblichen Ablaufs gemacht werden müssen. Damit wird zum einen eine reguläre Stelle nicht besetzt und zum anderen der Praktikant unter Wert beschäftigt.

 

Vergütung

Da Studierende während des Praktikums keinen Nebenjob ausüben können, um Geld zu verdienen, ist eine Praktikumsvergütung notwendig. Ein genereller Anspruch hierauf besteht zwar nicht, es werden aber trotzdem häufig Vergütungen gezahlt. Sie beginnen etwas bei 150 €, sollten aber eher 500 bis 800 € im Monat betragen.

 

Wenn dennoch Probleme auftreten?

Sollten während des Praktikums einmal Probleme auftreten, können der Betriebsrat und die Jugendvertretung (JAV) helfen. Sie sind für alle Beschäftigten die ersten vertrauensvollen Ansprechpartner/innen bezüglich Probleme im Betrieb. In den meisten Fällen können Fragen geklärt und Meinungsverschiedenheiten mit ihrer Unterstützung schnell geklärt werden.

Wenn es keinen Betriebsrat gibt, muß der/die Praktikumsbetreuer/in direkt auf die Situation angesprochen werden.

Sollte es im Zusammenhang mit dem Praktikum doch einmal zu ernsthaften Streitfragen kommen, können die Möglichkeiten der Rechtsberatung der Gewerkschaften oder der Hochschule genutzt werden.

 

Gewerkschaft und Praktikum - wie passt das zusammen?

Der überwiegende Anteil der Betriebsräte und JAV wird von den Gewerkschaften direkt in ihrer Arbeit unterstützt. Die Arbeitnehmer/innen in den Betrieben profitieren täglich von den in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen ausgehandelten Standards. Solidarität und gemeinsames Handeln sind die Voraussetzung, um vernünftige Konditionen für alle - also auch für Praktikant/innen - auszuhandeln. "Einzelkämpfer" können das auf Dauer und verbindlich nicht bewirken.

 

Wer macht ein Praktikum ...?
  • Praktikant/innen mit Studierenden-Status ohne Studienabschluss
  • Praktikant/innen mit Studienabschluss
  • Praktikant/innen in einer Ausbildung, für die ein Praktikum erforderlich ist
  • Praktikant/innen, die von der Agentur für Arbeit zur Eingliederung in das Berufsleben vermittelt werden
  • Praktikant/innen im Praxisjahr für eine Fachoberschule

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